German Text of Behaim’s Printing Manual

Read an English translation of the manual, with an introduction by Anja Grebe and Ad Stijnman, here.

See also an annotated listing of instructive, workshop practice texts up to 1628 here.


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Actum Anno 1628. 16. Novembris

Regeln, so im Kupferdrucken, so woln in abtruckung der Holzstöck fleisig in obacht zunemen.

Kupferdrucken.

›Kupfer zuwaschen von der Truckschwärz‹

1.

Erstens müssen die Jenigen Kupfer, so zu trucken fürgenommen werden, sauber aus der besten Vnndt stärckisten saifen Laugen warm gewaschen, Vnnd mitt einem gelindten bürstlein gereiniget werden.

›Gewaschene Kupfer so angeloffen zu saübern‹

2.

So aber die Kupfer, ohne Schwärz Vnndt Truckfarb, doch angeloffen, dunkell, rauch, Vnnd fleckigt, sollen die selben mitt ein warmen baumöhl ein taag oder Zwenne Zuvorn angestrichen, nachmaln abgewischet, Vnnd mitt kohlen abgezogen werden.

›Kupfer nach dem trucken, wieder zu waschen Vnnd mitt baumöhl anzustreichen‹

3.

Endlichen, wan man nach abtruckung Vnnd gebrauch derselbigen, solche

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Einzulegen Vnnd beseitß Zustellen In willenns, muß mans ingleichen wiederumben aus einer Warmen Laugen Waschen, so nun Leichter geschihet, hernach diese auf der kolen trucken abvischen Vnnd mitt baumöhl bestreichen

›Oder mitt Inschlitt einzuschmieren.‹

4.

Man mag auch die Kupfer nach dem Abtrucken, auf der Warmen kolen mitt Inschlitt einschmieren, dadurch sie gleichermassen sauber behalten werden, biß man selbe wiederumben gebrauchen Will.

›Auf dem Kupfer die Riß Vnnd schieffern außzupallieren.‹

5.

Ehe man ein Kupfer zutrucken unter die hanndt nimmt, ist vor allen dingen in obacht zunemen, daß die Risse, schiefern, Vnnd raues wesen, mitt einem Pallierkolben oder stefte, auß gethan Vnnd eingeglichen werden.

›Schwärz Vnnd Truckfarb zu den neü vnnd alten kupfern, wie sie beschaffen.‹

6.

Die schwärz- oder Truckfarb zu den Neüen Vnndt Tiefgeschnitten kupfern, sollen ettwaß dick vnnd stärker sein, zue den gar Reinen aber, oder sehr abgenüzeten, dünne vnnd Temperiert gebraucht werden.

›Druckschwärz so alt, ist nüzer alß die neüe zugebrauchen.‹

7.

Je Lenger die Truckfarb stehet, Vnnd nach gelegenheit in Älter sie wirdt,

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desto besser vnnd schwärzer kommet eß nachmaln in Trucken; danhingegen, so man selbige, gleich nach dem abreiben gebrauchet, solche ettwas bleich Vnndt Vnteidlich fället, wegen noch in sich habender feüchtigkeitt, in deme die farb anfangs mitt dem wasser, hernach erst mitt dem Öhl vnnd fürniß abgerieben vnnd bereitet werdten muß.

›Druck pallen wie sie beschaffen sein sollen.‹

8.

Die Truckpallen, Welche man nüzen will, müssen, sonderlich zu den grosen Kupfern, von Linden hadern, handtvöllig, sein stark vnnd hart gebunden werdten, nach gebrauch derselben aber, in einen feüchten Lumpen eingeschlagen Vnndt aufgehebet, dauon sie fein gelindt vnndt thätig verbleiben, da ohne das sonst, so die farb an den Pallen erhertet, eß in schraffierungen auf dem kupfern, sich nit einthailen vnd völlig auftragen Lesset.

›Pappier wie es einzufeüchten vnnd zubeschwehren.‹

9.

Daß Pappier, eß sey Zum schreiben oder gemain, darzu Zugebrauchen, soll man wenigst ein stundt oder sechse, oder auch woll einen gannzen Taag, mitt einem schwammen absonderlich gefeüchtet, oder sechs bögen Weiß, durch ein schön saubers wasser gezogen, in einer Preß stehen, auch sonsten also

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mitt steinen beschwehret Lassen, doch das eß nicht Runnzlicht, oder inn voneinander sezen zerrissen vnnd schadthafft werden könne.

›Pappier welches zu sehr gefeüchtet‹

10.

Pappier, welcheß garzue naß dem Kupfer aufgeleget wirdt, kombt Zwar daß stuck viel desto schwärzer vnnd die schattierung gleichsam zerflossen, man mues aber desto öffter, die filz vnnd vberleg, oder Maculatur Papier wegen deß Laimß vnnd fäuchtigkeitt abwechselln, anderst bleibt eß alles im durchzihen an der Obern Walzen hangen Vnndt kleben.

›Papier so zu wenig gefeüchtet vnnd drucken.‹

11.

Ist das Pappier Aber Zue wenig genezt vnnd drucken, so bleibt die meinste farb in dem Kupfer Vnnd Wirdt der Abtruckh vnuolkommen, an einem orth schwarz, an dem andern aber, bleich vnnd gar vnsichtbar: Mueß man also das mitt all hierinnen in acht nehmen Vnndt halten.

›Kupfer warm auf der kolen einzuschmieren.‹

12.

Die Kupfer, welche auf der kohlen mitt farb eingeschmieret, Vnnd warm gemacht, seindt zwar, so viel das auftragen vnnd wischen anlangenndt, der arbeit halber desto gelindter, wöllen aber, wegen deß fürniß, der sich stetigs

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mitt aufzihett, Lenger Vnnd öffter gewischet sein, Wan anderst der grundt schön weis Vnndt Liecht her für kommen solle.

›Kupfer kalt, vnnd ohne deür einzuschmieren.‹

13.

Hingegen die jenigen kupfer, so ohne kohlen, Vnndt also kaldt gebrauchett werden, seindt wol strenger, doch mitt viel weniger farb einzuschmieren, auch ettwaß herter, doch eher vnnd seüberer zu Wischen, kommen aber das zu Zeiten schwärzer am Truckh, vnnd der grunndt viel liechter Vnndt häller.

›Eingeschmirt kupfer wie eß zu wischen vnnd wie offt.‹

14.

Wan dan bißhere erzehlter massen, mitt dem Kupfer selbsten, der schwärze oder Truckfarb, Pallen, gefeüchtem Pappier, der Kolen, ruß vnnd anders fürgenommen vnnd fleisig observiret worden, vnnd man vorhabens, ettwas orndlich vnnd sauber zutrucken vnndt zuuerfertigen, mues man das kupfer, so entweder kalt oder warm aufgetragen vnnd eingeschmieret, 1 : mitt einem groben hadtern daß gröbsten vnnd meinste der farb abzuwischen, vberfaaren. 2 : nachmals auf der hanndt, die hinterstellige schwärz vnnd fettigkaitt abwischen, 3 : Zum dritten ebnermassen mitt der hanndt, in ein sauber tuech gar glatt vnnd aufs

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schönste abstreichen. 4 : Leztenß der grundt Zum Vberfluß, mitt einem gar Lind Vnndt schönen Tüchlein vberfaren, ehe man eß auf die Presse leget.

›Wischhadern oder Lumpen wie derumben zuewaschen.‹

15.

Darzue aber solcher gestalt vierley Tuech oder hadern vonnöthen, welche endlich in einem starcken Kalches oder Laugen gebrüet vnnd gewaschen, also dadurch deß Vnlusts vnnd feißigkeitt ettwaß entladten, Vnndt alßdan Wiederumen gebrauchett werden können.

›Truckpress zum Trucken anzurichten.‹

16.

Die truckpreß solle zuuorn, vnnd ehe sie gebrauchet wirdt, auf den boden, an den vier endten, starck mitt grosen schrauben angezogen vnnd befestiget werdten, die beede Walzen oder Rollen mitt schwainen schmalz an den mütern fleisig geschmieret, die vier Müeter aber, alß oben vnndt vnter, gleich vnterleget, vnnd alßdan daß Walzenbreth fein gradt eingeschoben sein.

›Auff dem breth die Vnterlegung Vnnd Papier grunndt zumachen.‹

17.

Darauff so dieß alleß geschehen, Zum Ersten, ein bogen oder drey Maculatur nebeneinandter, auf das blose breth geleget, dan auf dasselbige

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einne filz oder Wüllen tuech, Lezlich Wiederumben, ein saubere Maculaturbögen drei oder viere, nach deme dan daß Kupfer dickh oder dünne ist, vnnd eß die Noturfft erfordtert, welcheß alßdan der grundt Vnnd Vnterlegung genennet wirdt.

›Wie daß Kupfer auf die Preß zulegen.‹

18.

Daß Zuebereite kupfer, wirdt alßdan nach der Länng, oder höhe, wie sichs schickett, sittsam aufgeleget, doch ist sich für zusehen, damitt man mitt den fingern zu Verhüetung flecken vnnd mackell, nicht darauf greife.

›Wie daß gefeüchte Pappier vber daß Kupfer zu legen, vnnd mitt Maculatur vnd dem filz zubedecken.‹

19.

Nach diesem, mues man daß genezte Papier vber daß Kupfer gleich uberlegen, also daß an ein alß dem andern orth, nit mehrers Vbergehe vnnd Spatium habe, darnach ein bogen drey oder vier sauber Maculatur, Vnnd nach gelegenheit deß Kupfers, denn einfachen oder doppelten filz Vnnd tuch, die Vberleg Vnnd obentheill genennett, welcheß Zueglaich mitt dem Kupfer, vnnd also dem gannzen breth, zwischen die Zwo Walzen, mitt durchgezogen, Vnnd durch daß Radt getrieben wirdt.

›Das kupfer gemach, vnnd Langstens durchzuziehen‹

20.

Ist Insonderheitt Vber daß Zumercken, daß im durchzihen gar gemach

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gegangen werdte, dadurch daß gefeüchte Pappier auf dem Kupfer, die farb desto besser an sich zihen möge.

›Warumb daß radt nit geschwindt Anzutreiben.‹

21.

Da hingegen, wan man eilen vnnd daß radt geschwindt rumbweisen thuet, daß stuck entweders nit gar außgetruckett, daß Pappier sich schiebett Vnnd Vberschlegt, daß Kupfer, sonderlichen so dero Viel vnnd klein seindt, gar vertruckett wirdt, auch offtmalß die Mühe vergebenß angelegt, vnnd derselbige bogen, so zu einem schönen stuckh werdten sollen, Vnter die Maculatur geworfen werdten mueß.

›Kupfer, welche sich im durchziehen krümmen.‹

22.

Doch ist in acht zunemen, wo man grose Median, Regal oder andere Kupfer durchzihet, welche sich gemeiniglich zwischen den Walzen krümmen Vnnd Aber sich steigen, solle man die selbigen mitt der Einen hanndt, ettwas halten vnnd nidertrucken, auch den aufgelegten Bogen Pappiers ein wenig an sich zihen, damitt er sich nicht Vberschlagen, vnnd schadthafft werden könne.

›Daß gedruckte Kupfer aufzudecken vnnd abzunemen.‹

23.

So nun daß bedeckte Vnnd aufgelegte Kupfer aller massen gemälich durchgegangen, mues man eß, auf der Andern seiten der Preß auff-

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decken, gemachsam das gedruckte stuckh abheben, Vnnd merken, wie daß Kupfer gelegen hat.

›Vberleg Maculatur Vnd filz drucken abzuwechseln.‹

24.

Wan ein Bogen Acht oder Zehen getruckett ist, mueß man inder Zeitt die Vberleg Maculatur, oder auch die filze, Wegen der nässe Vnnd feüchtigkeitt abwechseln, will man anderst fort kommen, Vnnd ettwaß saubers machen.

›Gekrümbte Kupfer wiederumben geradt zurichten.‹

25.

Wan der Aufgelegt: Vnnd durchzogene Kupfer einnß, krum Vnnd kuglicht wirdt, ist es besser daß man die selben, nach dem Einschmieren wieder seines, nach der Lenge oder braite, anderst als Zuuoren, auf die Preß lege, dauon sie Wiederumben gradt werden, da sonst die selben, so sie mitt der hanndt, oder Vber einen Tisch Vnnd holz gebogen werden, Leichtlich schadthafft, oder gar Zerbrochen werdten können.

›So daß kupfer ein bruch oder riß hat, der nit auß zu Pallieren.‹

26.

Ist ein Riß oder ganzer durchbruch an dem Kupfer, der sich nit auß Pallieren Vnnd Wischen lessett, sonderlich auf dem grunndt, mueß man, so groß dasselbige Vmbfangen hat, mit ienen bißlein Papiers be-

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decken, Vnnd erst darauf den gefeüchten bogen Vberlegen, dadurch bleibt der grunndt auf dem getruckten stuck, sauber Vnnd Vollkommen, die mackell aber auf den wenige Pappier, so weggeworfen Vnndt allwegen frisch genommen werden mueß.

›Der Lezte Abtruckh zweimal durchzuzihen.‹

27.

Kommet nun daß Kupfer zum Lezten mall zutrucken Vnter die handt, habe ich für guet befundten, daß einige aufs fleisigst, wies bißhero nach noturfft erzehlet, einzuschmieren, zuwischen Vnnd aufzulegen, hernach Zweimaal vnaufgedeckett, frei sittsam in der Preß durchzuzihen, dauon der Abtruck nochmaln so schwarz, gleich einem ganz neügeschnittenem Kupfer fellett, auch die farb sich völlig also in daß Pappier zihet, endlich das Kupfer viel leichter geseübert, vnnd nachmals, biß zu fernern gebrauch, Verwaaret Vnnd aufbehalten wirdtet.

›Wie die Preß, sambt allen der truckerey zugehörigen sachen, wie auch die kupfer verwaret werden sollen.‹

28.

So nun alleß nach begeren, in trucken Vollendtet, Ist so balden 1 : die filz, ober- Vnndt Vnterlege Pappier von der Preß abzunehmen. 2 : daß breth zwischen den Zwey Rollen Wiederumben außzuzihen, vnnd auf ein

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orth zu Lainen. 3 : die Maculatur zu druckenn, 4 : die truckschwärz vnnd Pallen, vor staub zubewahren Vnnd aufzuheben. 5 : die Kupfer welche man gebrauchet, Vnuerzüglich Vnnd in Wenige Tagen zu seübern, Vnnd mitt baumöhl oder Jnnschlitt einzuschmieren.

›Die getruckten Kunstucke nit lang aufeinander Liegen zulassen.‹

29.

Die Neügetruckten Kunstucke, solle man nit Lange also feücht, aufeinander Liegen Lassen, dan die farb sich gemeiniglich anleget Vnnd abwischett, daß Pappier falb Vnnd dunckelrötlicht wirdt, sondern ist daß beste, wan man eß von stundt an aufhangen Vnnd drucken machen kan.

›Die getruckten stuck im Lufft aufzuhencken.‹

30.

Daß im Lufft aufgehengte Pappier, druckent Zwar ettwaß Langsamer, ist doch nachmaln viel bequemer Zu pressen Vnnd Zusammen zuelegen.

›Oder in der Warmen stuben zutrücknen.‹

31.

Da hingegen, wo es in einer warmen stueben aufgehencket wirdt, wirdt eß wol baldt, ja gar in einer halben stundt drucken, aber gleichsam runnzlicht Vnnd vngeschmeidtig in die Preß zu legen, auch etwan

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manchmaal nit so schön weiß, alß daß andere so am Lufft gehangen.

›Die Abtruck in der preß glatt zumachen, oder sonst zu beschwehren.‹

32.

Wan dan schließlichen, daß Papier entweders in der Wäreme, oder an Lufft gedrucknet ist, mueß manß balden also in die Preß legen, oder sonsten zwischen zweyen brettern, mitt steinen beschweren, damitt eß dadurch sein glatt, vnnd ohne viel brüche Vnnd runzeln werde, welcheß an einem Kunstuckh sonst ein großer Vnfurm ist Vnnd Vbell stehett.

›Endlich alleß nach gefallen zu nuzen Vnnd zu gebrauchen.‹

33.

Lezlichen, Wan alleß nach Wunnsch aus der Preß, wiederumben genommen, Vnnd gerathen, mag ein Jeder, so guet er kan, die selbigen kunststueke verwaren, andern damitt dienstlich sein, oder auch Zue seinen selbst Aignen Nuzen anwendten Vnnd gebrauchen, wie eß die Zeiten, Lehren, Vnnd die gelegenheitt sich praesentiren thueth.

[p. 227]

Summa summarum.

›Kupfer.‹

Der ganze Proceß Vnnd gebrauch, deß Kupferstuck truckens, in diesen 33. Regeln begriffen, bestehet kürzlich in deme, daß man 1. schwarze Kupfer waschen 2. Welche aber dessen nit vonnöthen, doch sonsten angeloffen vor allen dingen seübern solle 3. auch Lezlich mitt baumöhl anstreichen, oder 4. mitt Reinem Jnschlitt einschmieren 5. Vnnd sonderlich zuuorderst die Riß oder schiefer, mitt einem Pallier kolben einstreichen vnnd außrichten.

›Druckschwärz.‹

Die 6. Schwärze oder druckfarb, muß nach gelegenheit der Kupfer bereitet sein, sonderlich 7. ie älter die selbige ist, ie besser Vnnd nüzer sie zugebrauchen, deßgleichen die

›Pallen.‹

8. Pallen sain handtwöllig, Vnnd nit Von schwärz erhartet.

›Pappier.‹

Eß solle 9. daß gefeüchte Pappier ein Zeitlang gebrest vnnd beschwehret stehen, doch also daß eß nachmaln 10. nit allzue naß oder 11. zu trucken gebraucht werdte.

›Einschmieren.‹

Wan nun dieses alleß geschehen, kan man daß fürgenommene kupfer 12. entweders warm oder kalt 13. fleisig einschmieren, darauff dasselbige 14. mitt

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›Abwischen.‹

Vier vnterschiedlichen hadern auf der hanndt abwischen, Vnnd so 15. die Lumpen allzu schwarz vnnd Vnsauber, mag man dafür saubere nehmen, biß die alten mögen, wider gewaschen werden.

›Truckpress.‹

So in gleichen dieß mitt dem Kupfer verrichtet worden, muß man 16. die Truckpreß nach aller noturfft versehen

›vnterlegen.‹

17, auf das breth den grundt vnnd Vnterlege machen

›Kupfer auflegen.‹

18. darnach auf dasselbige daß Kupfer,

›Pappier vnnd filz Vberlegen.‹

Item 19: Vber dieses daß gefeüchte Papier, mehr ettlich bögen Maculatur, sambt dem filz oder Tuech Vberlegen Vnnd Zuedecken,

›Durchzihen.‹

nachmals 20. solle es Langsam vnnd 21. nit gehling, mitt dem radt durchgezogen Werden, wegen darauß entstehenden Vngelegenheiten: deß gleichen ist in acht Zuenemen, daß 22. die Kupfer, sonderlich die grosen im durchzihen nit Vber sich steigen, vnnd so 25: [sic]1 sie ettwan dadurch krum worden, dorch baldt wiederumben geradt gerichtet werdten möchten: Ist auch sich vorzusehen 26. [sic] ob daß Kupfer einen durchbruch oder Riß hette, wie dann mitt Vnterlegen zuebegegnen.

›Maculatur abwechseln.‹

Man mag auch 24. [sic] Vnterdessen die feüchte Maculatur ab-

[p. 229]

wechseln, Vnnd so eß die noth erfordtert einen drucknen filz nemen, zuforn vnnd Ehe man daß Kupfer

›Lezte Abtruck.‹

27. [sic] sonderlich zum Letzen maal durchzihet, alß dan dasselbige sittsam aufdecken

›Abnemen.‹

23 [sic] Vnnd sambt dem neügedruckten stuckh oder figuren von der Preß abnemen.

›Press vnnd anders mehr zuuerwaren.‹

Endlich vnnd zur beschlues, soll ein inder nach vollbrachten Arbeitt 28. die Presse deß breths, der darauf liegenden Maculaturn, vnnd filze entledigen, auch alle Zur Truckerey gehörige sachen, nemblich, druckschwärz, Palln, hadern vnnd anders, insunders an seinen gehörigen ort richten vnnd hinsezen, nachmals 29 die getruckten Kunstucke nit Lang also feüchte Liegen Lassen, sondern

›Kunstuck drucken machen‹

30. dieselben baldt, entweder am Lufft, oder in einer 31. warmen stueben zu drucknen aufhencken,

›Glatt pressen.‹

Vnnd 32. in einer darzuegehörigen Preß solche glatt Vnnd eben machen, oder sonst beschwehren damitt Lezlichen

›Aufbehalten Vnnd verwahren.‹

33. diese Kunstuckh also gannz sauber, ein ieder für sich aufbehalten, Vnnd seineß gefallenß gebrauchen könne.

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  1. The numbering in this summary refers to the numbered paragraphs of the main text and occasionally deviates from the numerical order. []